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Nollendorfplatz

Der Nollendorfplatz

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Der Nollendorfplatz (im Volksmund Nolle oder Nolli) ist ein berlin weit bekannter Platz im Berliner Stadtteil Schöneberg. Hier kommt die U-Bahn aus dem Untergrund, hier findet ein Eischnitt  zwischen dichtbebautem Kiez und Kielgan-Viertel statt, zwischen „feinem Westen“ und einer Gegend, wo sich jahrelang städtebauliche und soziale Probleme aufwarfen.

Er wurde am 27. November 1864 nach der Schlacht bei Kulm und Nollendorf benannt. Nollendorf liegt im böhmischen Erzgebirge und heißt auf tschechisch Nakléřov. Die Schlacht fand im Rahmen der Befreiungskriege gegen Napoleon statt.  Die Nollendorfer Höhen bei Kulm In Tschechien waren Schauplatz einer Schlacht am 30.8.1813.  Er ist Teil eines von James Hobrecht konzipierten Boulevardrings, der bis nach Kreuzberg geführt werden sollte. Weil alle Straßenzüge und Plätze mit ihrem Namen an die Befreiungskriege erinnern, spricht man auch vom Generalszug: Die Kleiststraße wurde nach Friedrich Heinrich Ferdinand Emil Graf Kleist von Nollendorf, die Bülowstraße nach Friedrich Wilhelm Graf Bülow von Dennewitz benannt. Beide waren Heerführer auf preußischer Seite.Vor der Umbenennung war der Nollendorfplatz Teil der Gürtelstraße. Der Platz selbst wurde erst um 1880 angelegt. Der westliche Teil gehörte bis 1938 zu Charlottenburg.

Der Bau der Hochbahn 1902 zerstörte die Platzstruktur, so dass er nicht mehr mit dem Viktoria-Luise-Platz oder dem Wittenbergplatz konkurrieren konnte. Zwar wurde damals im Vorfeld nicht mit Kritik gespart, doch die Befürworter der Hochbahn setzten sich durch. Damit schufen sie eine Abgrenzung zwischen „besserer“ und „schlechterer“ Wohngegend, die bis heute anhält.

Der Platz gilt als das westliche Zentrum der Homosexuellenszene Berlins, das sich bis zum benachbarten Winterfledtplatz und die traditionsreiche Kneipenszene und multikulturelle Restauration der umliegenden Kiezstraßen wie Motzstraße, Maaßenstraße oder Nollendorfstraße bis hin zur Goltzstraße erstreckt. Während der Verfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus unter dem Zeichen des Rosa Winkels  wurden die homosexuellen Lokale rund um den Nollendorfplatz geschlossen oder zur Anlegung von "Rosa Listen" (Homosexuellen-Karteien) durch Razzien missbraucht.

Auch die Berliner Homosexuellenszene entstand damals. Bars für Schwule und Lesben eröffneten zu einer Zeit, als man noch lange nicht von gesellschaftlicher Akzeptanz sprechen konnte und Gesetzeshürden zu überwinden waren. Am bekanntesten waren das „Garconne“ in der Kalckreuthstr. 11 für weibliche Gäste und das „Dorian Gray“ für männliche. In der Zeit des Nationalsozialismus mussten diese Lokale schließen, Homosexuelle wurden verfolgt. Eine Gedenktafel am Bahnhofsgebäude erinnert daran.

Zeitgleich mit dem Bahnbau entstand das Theater am Nollendorfplatz. Von da an entwickelte sich in dieser Gegend das Nachtleben, das seinen besonderen Höhepunkt in den zwanziger Jahren hatte. Zunächst trug der von Albert Fröhlich 1906 im Jugendstil errichtete Theaterneubau den Namen „Neues Schauspielhaus“, ab 1920 „Nollendorftheater“. Erwin Piscator übernahm die Bühne 1927, nun hieß es „Theater am Nollendorfplatz“. Die Schauspielerin Tilla Durieux feierte hier ihre Erfolge, John Heartfield entwarf Bühnenbilder und George Grosz Programmhefte. Brecht arbeitete einige Zeit in der Dramaturgie.

Doch 1930 war Schluss mit dem Theaterbetrieb und ein Kino zog ein. Spektakulär war die Uraufführung des Films „Im Westen nichts Neues“ nach dem gleichnamigen Roman von Erich Maria Remarque. Dieser Film passte nicht in das Programm der Nationalsozialisten. So wurde die Vorstellung mit Stinkbomben und weißen Mäusen sabotiert.

Viele Künstler zogen in den zwanziger Jahren in die Straßen rings um den Platz. Im Hotel Koschel in der Motzstr. 7 waren die Lyrikerin Else Lasker-Schüler und der Maler Oskar Kokoschka Dauergäste. Ernst Rowohlt bereitete von hier aus die Gründung seines Verlages in der Potsdamer Straße vor. Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, wohnte in der Motzstr. 30, der Dirigent Wilhelm Furtwängler ist direkt am Nollendorfplatz  in der Maaßenstr. 1 geboren und wohnte dort auch. Der Schriftsteller Christopher Isherwood hat mit seinen Erinnerungen an diese Zeit - er wohnte in der Nollendorfstr. 17 - in dem Roman „Goodbye to Berlin“ die Vorlage für das Musical „Cabaret“ geliefert. Das ist nur eine kleine Auswahl an bekannten Künstlern und Schriftstellern.

Im Krieg versank der Nollendorfplatz in Schutt und Asche. Besonders schlimm waren die letzten Tage vor Kriegsende, als viele Menschen Zuflucht in den U-Bahn-Anlagen suchten. Sie lebten dort tagelang ohne ausreichende Versorgung. Langsam fand der Wiederaufbau statt. In den siebziger Jahren wurden die angrenzenden Straßenzüge als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Auf den stillgelegten Bahnsteigen der Hochbahn wurde ein Flohmarkt betrieben. Doch der kulturelle Glanz war dahin. Diskotheken und Bars boten zwar immer noch die Möglichkeit zum Amüsieren, aber große Namen fehlten.

Das Bahnhofsgebäude hat vor drei Jahren, nach der denkmalgerechten Sanierung des Gebäudes - schließlich haben so namhafte Architekten wie Wilhelm Cremer und Richard Wolffenstein (siehe auch Bahnhof Bülowstraße) sowie Alfred Grenander (siehe auch Bahnhof Wittenbergplatz) seinerzeit das Gebäude geplant bzw. erweitert - wieder eine Kuppel erhalten. Der Entwurf stammt von den Architekten Schüler und Witte, die durch den Bau des ICCs bekannt geworden sind. Leitmotiv war die Wiederherstellung der Stadtsilhouette, nicht die originalgetreue Rekonstruktion der alten Kuppel.

Das Theatergebäude mit den wechselnden Namen, zuletzt bekannt als „Metropol“-Diskothek, wird auf Initiative des Inhabers der Bar am Lützowplatz, Peter Glückstein, zu einem Nachtclub der gehobenen Klasse umgebaut. „Goya“ soll er heißen, nach dem Künstler, der sich nie um „die kleinbürgerlichen Erwartungen seiner Zeit gekümmert hätte“, sagt Glückstein, der so seine Zielgruppe sieht. Als Architekt wurde Hans Kollhoff engagiert, der z. B. das Debis-Hochhaus am Potsdamer Platz geplant hat. Das ganze Projekt soll in Form einer Aktiengesellschaft finanziert werden, zahlreiche Prominente haben sich schon beteiligt. Die Werbung knüpft ganz bewusst an die Vergangenheit dieses Standortes an.

Das Metropol bekannte ehemalige Theater ist neben dem Hochbahnhof der U-Bahn das markanteste Gebäude am Platz. Errichtet wurde es 1906 durch den Architekten Albert Fröhlich als Neues Schauspielhaus mit Theatersaal und Konzertsaal. Erwin Piscator eröffnete darin 1927 die Piscator-Bühne. In der Nachkriegszeit beherbergte das heruntergekommene Haus lange ein Kino und die bekannte Diskothek Metropol, bevor es 2005 nach dem Umbau durch Hans Kolhoff in den noblen Speise- und Tanzklub Goya umgewandelt wurde. Aufgrund Besuchermangels meldete der Klub im März 2006 jedoch bereits Insolvenz an.

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